Scheidung - bekomme ich Prozesskostenhilfe?  

Tatsächlich bekommen in etwa 70 % aller Scheidungsverfahren beide oder zumindest ein Beteiligter Prozesskostenhilfe. Das sind viel mehr Personen als in normalen zivilrechtlichen Verfahren. Der Grund dafür ist ganz einfach: In einer Vielzahl normaler zivilrechtlicher Verfahren übernehmen Rechtsschutzversicherungen die Kosten. Das tun sie im Scheidungsverfahren in aller Regel nicht, und deshalb weichen auch die rechtsschutzversicherten Prozessparteien auf die Prozesskostenhilfe aus. Außerdem werden viele normale zivilrechtliche Verfahren erst gar nicht angestrengt, wenn die Parteien knapp bei Kasse sind. Wer sich jedoch scheiden lassen will, dem bleibt nichts anderes übrig, als zum Gericht zu gehen. Mit anderen Worten: Der Anteil der hilfebedürftigen Personen ist in Scheidungsverfahren wesentlich höher als in normalen zivilrechtlichen Verfahren.

Immer prüfen lassen - Es lohnt sich häufig.

Angesichts dieser hohen Quote sollten Sie auf jeden Fall prüfen lassen, ob sie für ihr Scheidungsverfahren Prozesskostenhilfe bekommen. Das ist wesentlich öfter der Fall, als allgemein vermutet. Denn Prozesskostenhilfe wird nicht wie früher nur armen Leuten gewährt. Sie ist kein "Armenrecht" mehr. Prozesskostenhilfe bekommt jeder, der aus nachvollziehbaren Gründen im Moment die liquiden Mittel für ein Scheidungsverfahren nicht aufbringen kann. Das kann zum Beispiel auch bei jemandem so sein, der eigentlich gut verdient, jedoch im Moment Raten für eine von ihm selbst bewohnte Eigentumswohnung zahlen muss und deshalb knapp bei Kasse ist.

Sie sollten also ihren Anwalt immer auf die Frage der Prozesskostenhilfe ansprechen. Eine Überprüfung kann sich lohnen.

Siehe auch Scheidung - bezahlt die Rechtsschutzversicherung?

Hier finden Sie unseren Ratgeber Scheidung


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