Ehewohnung - wer bekommt sie bei der Scheidung?  

Bei Trennung und Scheidung kommt irgendwann der Tag, an dem man auseinanderzieht. Und dann fragt sich: Was wird aus unserer Ehewohnung.
Wenn keiner von beiden die Ehewohnung mehr will, ist die Sache einfach: Sie wird gekündigt, und beide ziehen um.
Wenn einer sie will, der andere aber nicht, muss man sich nur mit dem Vermieter einig werden, dann kann der, der bleiben will, die Ehewohnung übernehmen.

Vorrang für den Ehegatten, bei dem die Kinder wohnen

Wenn beide die Ehewohnung wollen und sich nicht einig werden können, dann bekommt sie meist derjenige, bei dem die Kinder wohnen, und zwar häufig auch dann, wenn der andere Eigentümer ist, dann aber oft nur zeitlich befristet, z.B. bis zum nächsten Schulwechsel des Kindes oder bis zum Schuljahresende. Der, der die Ehewohnung übernimmt, kann dann auch in ein bestehendes Mietverhältnis eintreten oder, wenn es noch kein Mietverhältnis gibt ( z.B., weil der andere Eigentümer der Ehewohnung ist) verlangen, dass ein Mietvertrag zu ortsüblichen Preisen abgeschlossen wird.

Werkswohnungen können von demjenigen, der nicht Arbeitnehmer des Vermieters ist, allerdings nur in Ausnahmefällen übernommen werden.

Vorsicht - Ausschlussfrist!

Achtung! Klären Sie die Modalitäten rund um die Ehewohnung möglichst früh, jedenfalls aber im Scheidungsverfahren. Nach Rechtskraft der Scheidung läuft nämlich die Uhr: Wer dann noch mehr als ein Jahr wartet, bis er die Sache klären will, hat kein Recht mehr, die Wohnung übernehmen zu dürfen

Hier finden Sie unseren Ratgeber Scheidung 

Hier erhalten Sie einen Überblick über das Scheidungsverfahren